Balzquartiere & Wochenstuben
Wie Sie vielleicht schon wissen, sprechen wir Fledermausforscher von
Sommer- und Winterquartieren. Doch gerade das Sommerquartier kann
weitere Rollen, als nur einen Hangplatz im Sommer bedeuten, ähnliches
gilt auch für das Winterquartier.
Was ist eine Wochenstube?
Die Weibchen suchen sich im Frühjahr zusammen mit anderen
Weibchen ein Sommerquartier, in dem sie ohne die Männchen leben und in
dem sie auch ihre Jungen zur Welt bringen. Dieses spezielle
Sommerquartier der Weibchen nennt man auch eine Wochenstube.
Entsprechend der typischen Sommerquartiere findet man die Wochenstuben
an ähnlichen Plätzen, also in Baumhöhlen oder auf Dachböden. Die
Weibchen verlassen die Wochenstuben erst dann, wenn die Jungen alleine
leben können. Wir Menschen können den Fledermäusen in den Wochenstuben
helfen, indem wir diese respektieren und erst dann betreten, wenn die
Jungen sicher aus dem Gröbsten heraus sind. So sollten z.B. Umbauten an
Dachböden bei der Anwesenheit von Fledermäusen erst im Herbst oder
Winter stattfinden.
Die Größe der Wochenstuben hängt von der Art ab und kann z.B. bei Bechsteinfledermäusen oder Langohren nur wenige Tiere, bei Mausohren
bis zu mehreren Tausend Tieren betragen.
Hier hat ein Abendsegler Männchen acht Weibchen in einen Fledermauskasten gelockt, der ihm als Balzquartier dient.
Balzquartiere bezeichnet man die "Junggesellenbuden" der
Fledermaus-Männchen mancher Arten. An diesen Quartieren, die häufig in
direkter Nähe zu den Winterquartieren liegen, sitzen oder fliegen die
Männchen und versuchen durch spezielle Balzrufe Weibchen anzulocken.
Diese Balz können wir als Menschen oft gut beobachten, meist sind die
Rufe sogar in unserem Hörbereich. Als Balzquartiere dienen dem
Abendsegler, Mausohr und Wasserfledermäusen Baumhöhlen,
Zweifarbfledermäuse nutzen hohe Felsen oder Gebäude. Dagegen findet man
die Nordfledermaus oder das Langohr in der Nähe von Höhlen oder Kellern.