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Das Ultraschall-Ortungssystem der Fledermäuse

Die Naturwissenschaftler des 17. und 18. Jahrhunderts, die die Fähigkeit der Fledermäuse bei Dunkelheit Insekten zu jagen zu verstehen versuchten, kamen zu keinem Ergebnis. Verschiedene Versuche die Fledermaus "blind" zu machen schlugen meist fehl. Erst der Italiener Spallanzani stellte sicher fest, dass sich die Fledertiere nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren orientieren.

Eine physikalische Erklärung fand man erst 1930, damals zeigten D. Griffin und Dijkgraaf, dass sich die Fledermäuse mittels Ultraschallrufen orientieren können. Bis heute sind noch immer nicht alle Phänomene der Ortung erklärt.

Die Ultraschallwellen werden von den Fledermäusen durch den Mund bzw. die Nase gebündelt (Schallkeule ähnlich Taschenlampe) ausgestoßen, ihre Frequenzen liegen zwischen 9 und 200 Kilohertz. Da wir nur bis etwa 16 Kilohertz (junge Menschen bis 20 KHz) hören können, fallen uns selbst die sehr lauten Rufe (bis zu 120 dB = Presslufthammer) nicht auf.

Die Fledermaus kann im Gegensatz zu uns mit ihrem feinen Hörsinn sogar noch das Echo ihrer Rufe hören. Dieses nutzt sie zum Gewinn von Informationen über ihre Umgebung und mögliche Beutetiere. Zum einfacheren Verständniss eine Animation.

Das bedeutet für die Fledermaus, dass sie nur dann etwas wahrnimmt, wenn sie vorher gerufen hat. Die Fledermaus kann mittels dieser Methode sehr genaue Informationen z.B. über die Entfernung eines Objektes erhalten, sie muss sich nur den Zeitpunkt des Rufes merken und auf ein Echo warten. Der Zeitunterschied ergibt dann die Entfernung, beispielsweise bedeutet eine Sekunde Laufzeit des Schalls eine Entfernung von etwa 170 m (Schall-Geschwindigkeit in Luft beträgt etwa 340 Meter die Sekunde).

Jedoch würde der Ruf der Fledermaus bei solchen Entfernungen schon kein Echo mehr zurückwerfen. Für die Fledermaus ist nur die nächste Umgebung (einer bis wenige Meter) interessant. Neben der Entfernungsangabe liefert das Echos auch Informationen über Beschaffenheit, Größe und Form des Objekts.

Dadurch, dass die Fledermäuse rufen müssen um zu sehen, befinden sie sich sehr häufig im "Dunkeln". So ist es möglich, dass eine Fledermaus mehr als die Hälfte der Nacht nicht ortet Wie sie sich mit diesem System dennoch gut orientieren kann und größere Wegstrecken oder Gebiete kennt, ist nicht klar.

Lesen Sie mehr zum Ohr und Hörsinn.

version 1.1 - Januar 2003