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Flügel als Arme

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen. Die einzigartige Konstruktion der Fledermausflügel erlaubt den Fledermäusen ähnlich wie ein Vogel zu Fliegen. Im Vergleich mit dem Vogel fallen am Bau des Flügels Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede auf.

Der Flügel - was macht ihn besonders?

Betrachtet man den Flügel eines Vogels, dann fällt auf, dass dieser beinahe nur aus Federn und etwas Knochen besteht. Dass so ein Flügel optimal für das Fliegen ist, glauben wir gerne, er ist leicht und liefert Auftrieb. Der Flügel der Fledermaus dagegen sieht ganz anders aus: Zwar sind die Knochen auch dünn und leicht, jedoch fehlen Federn, an deren Stelle hat die Fledermaus Haut (Flughaut). Dennoch kann sie sehr gut fliegen. Klicken Sie das Bild an, um einen Vergleich verschiedener Arme / Flügel zu sehen.

Betrachtet man die Flughaut, die sich sowohl zwischen den Fingern zwei (Zeigefinger) bis fünf (kleiner Finger), zwischen Armen und Beinen als auch zwischen den Beinen (Schwanzflughaut) aufspannt, dann fällt auf, dass es sich um ein stark muskulöses Gewebe handelt. Von zwei Schichten Haut werden Blutgefäße, Nerven und viele feine Muskeln, die den Flügel an Crepp-Papier erinnern lassen, umgeben.

Auch die Schwanzflughaut wird vielfältig genutzt. Zum einen dient sie der Steuerung in der Luft und kann als Bremse verwendet werden. Aber daneben kann die Fledermaus bei der Jagd auch Beutetiere mit ihr fangen, ähnlich wie mit einem Kescher.

Das Fliegen - nicht nur den Vögeln vorbehalten!

Den Flug von Vögeln kann man leicht beobachten. Man erkennt dabei verschiedene Flugstile, etwa das Gleiten eines Greifvogels oder das aufgeregte Flattern von z.B. Amseln. Beobachtet man dann Abends den Großen Abendsegler bei der Jagd, dann fällt die erstaunliche Wendigkeit auf. Auch kann man bemerken, dass sie im Gegensatz zu den Vögeln niemals gleiten; sie schlagen immer aktiv mit den Flügeln. Auch der Flügelschlag ist anders, wie in zahlreichen wissenschaftlichen Experimenten gezeigt werden konnte. So kann die Fledermaus durch geschicktes Drehen der Handflächen beim Flügelaufschlag Auftrieb erzeugen. Mit dieser Technik ist es ihr möglich, ohne allzugroßen Energiebedarf, in der Luft zu schwirren. Versuche, u.a. an der Universität Erlangen ergaben, dass die Nektar-trinkenden Fledermäuse mit weniger Energieaufwand vor Blüten schwirren können als Kolibris.

version 1.1 - Januar 2003