Ohr und Hörsinn der Fledermaus
Was an Fledermäusen neben den Flügeln meist sofort auffällt, ist die Größe und das meist besondere Aussehen der Ohren. Hier spiegelt sich bereits die erste Anpassung an die Orientierung mittels Ultraschall wieder. Auch das Innenohr, von Außen nicht sichtbar, ist speziell an diese Lebensweise angepasst.
Die Ohrmuscheln von Fledermäusen sind relativ groß, beweglich und zeigen eine starke Furchung und Rillung. Durch die Größe und die Beweglichkeit kann die Fledermaus sehr genau eine Richtung anpeilen, die Oberfläche der Ohrmuschel wirkt verstärkend als Richtungsfilter. Am Ohr erkennt man die Ohrmuschel und den Ohrdeckel, auch Tragus genannt. Dieser dient wahrscheinlich zum Verschließen des Ohrs oder als besonderer Reflektor. Jedoch weiss man über die genaue Funktion und Bedeutung noch nicht sicher Bescheid.
Die ausgefallenen Ohrformen dienen oft als Bestimmungsmerkmal einzelner Fledermausarten, an den folgenden Skizzen erkennt man auch warum (beachten Sie auch die Form des Tragus!):
Anpassungen des Innenohrs
Doch nicht nur im Außenohr gibt es Anpassung an das Echoorten, weitaus größere Anpassungen zeigen sich im Mittel- und Innenohr. Das Mittelohr ist in dreierlei Hinsicht verändert. Zum Einen ist das Trommelfell sehr viel größer als das ovale Fenster, zum Zweiten ist der Hebelarm des Hammers größer, dadurch wirkt der Steigbügel mit größerer Kraft. So wird der Schall besser auf das eigentliche Hörorgan im Innenohr übertragen. Außerdem haben die Gehörknöchelchen eine geringere Masse und eine höhere Steifheit, wodurch es als Frequenzfilter dient. Das Innenohr und die zugehörigen Gehirnregionen stellen das größte Wunder des Fledermausgehörs dar. So haben viele Arten eine auf ihre Ortungsfrequenz angepasste Empfindlichkeit der Cochlea (Gehörschnecke).