Kein Dach über dem Kopf
Neben Nahrungsmangel bedingt durch die Landnutzung und die Vernichtung von Beutetieren sehen sich die Fledermäuse auch dem Problem eines abnehmendem Quartierangebotes gegenüber. Baumaßnahmen und Renovierungen im Siedlungsbereich und fehlende alte Höhlenbäume in den Nutzwäldern machen den Fledertieren das Leben schwer.
Weniger natürliche Quartiere
Im Vergleich zu Früher fehlen den Fledermäusen viele natürliche Quartiere in Form von Bäumen und Höhlen. Die Forstwirtschaft strukturiert Wälder um und unsere Expansion läßt sie schrumpfen. Vor allem alte Laubwälder, die üblicherweise gute Quartiere in Form von Höhlen oder Rissen bieten, nehmen stark ab. Nicht nur Fledermäuse, sondern auch holzbewohnende Insekten leiden enorm darunter.
Renovierungen und Abrisse
Viele Fledermäuse, die als Kulturfolger lange Zeit bei uns unter dem Dach wohnten, werden immer öfters aus ihrem Quartier geworfen. Oft geschieht dies unbewusst, doch in vielen Fällen leider auch bewusst. Alte Häuser und Kirchen werden abgerissen, um neuen Gebäuden Platz zu machen. Oft werden bei Sanierungen die Quartiere der Fledermäuse gestört und die Einflugsöffnungen verbaut. So mussten wir in Franken schon große Wochenstuben von mehr als 1000 Tieren als verloren ansehen, da von Seiten der Bauherrn kein Einsehen da war. Daneben werden oft giftige (auch für den Menschen!) Substanzen zur Sanierung der Dachstühle verwendet. Was für uns giftig ist, das ist für eine Fledermaus tödlich!
Doch gibt es auch positive Trends: Sowohl evangelische als auch katholische Kirche gehen immer mehr auf unsere Anliegen ein, sogar die Baufirmen helfen uns mittlerweile. Vielleicht zeigt sich aus diesem Grund eine positive Bestandsentwicklung des Großen Mausohrs in Bayern?