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Sommerquartiere heimischer Fledermäuse

Grundsätzlich kann man bei den heimischen Arten grob zwischen "Wald-" und "Hausfledermäusen" unterscheiden. Die Ersteren bevorzugen Baumhöhlen oder als Ersatz auch Fledermauskästen in Wäldern, während die "Hausfledermäuse" Quartiere an und in Gebäuden beziehen. Allerdings ist diese Grenze bei einigen Arten ziemlich fließend.
Wichtige Grundvoraussetzungen bei allen Quartieren sind ein passendes Mikroklima und eine ruhige Lage. Ebenso spielt die Entfernung zum Jagdgebiet eine große Rolle.



Mikroklima

Damit sich eine Fledermaus im Sommerquartier wohlfühlt, muss dessen Mikroklima passen. Das bedeutet, das Quartier muss gewisse Temperaturbedingungen aufweisen und darf nicht zu trocken sein. Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit bevorzugt wird, hängt von der jeweiligen Art ab. Eine Fledermaus, die z.B. in einem Kirchdachstuhl hängt, wird immer den für sie optimalen Hangplatz auswählen. Wird es durch Sonneneinstrahlung zu warm, wird sie einen kühleren Ort im Quartier aufsuchen. Das Quartier benötigt also im Idealfall mehrere unterschiedlich warme Hangplätze. Auch Waldfledermäuse benötigen im Sommer eine Vielzahl von potentiellen Quartieren, zwischen denen sie häufig wechseln.



Störungen

Fledermäuse reagieren sehr sensibel auf Störungen in ihrem Quartier. Werden Quartiere häufiger von uns Menschen begangen, kann dies zum Auszug der gestörten Tiere führen. Hält sich ein Beutegreifer wie z.B. eine Schleierohreule am Quartier auf und fängt Fledermäuse, ziehen sie ebenso um. Sind gute Quartiere knapp, kann ein Umzug in ein schlechteres Quartier höhere Sterblichkeiten mit sich führen.
Jedoch stört Fledermäuse oft das, was wir als Lärm empfinden, nicht; so nutzen sie Kirchtürme ebenso wie Autobahnbrücken als Quartier.

Jagdgebiet

Auch die Entfernung zu geeigneten Jagdgebieten spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl eines Quartiers. Gerade ein säugendes Weibchen muss jede Nacht mehrfach zurückkehren, um ihre Jungen zu säugen.

So liegen die Wochenstuben des Großen Mausohrs meist in der Nähe größerer Laubwaldgebiete.




version 1.1 - Januar 2003