Fledermäuse in der Wissenschaft
Verschiedene Wissenschaftsbereiche insbesondere die Biologie, aber auch die Physik oder die Elektrotechnik sind an den Fledermäusen interessiert. Dabei liegen Schwerpunkte der Nicht-biologischen Forschung auf der Echoortung und möglicher technischer Anwendungen dieser.
Fledermäuse - 60 Millionen alt
Für Biologen sind Fledermäuse als eine der ältesten Gruppen der Säugetiere sehr interessant. Die lange Entwicklungszeit des Flugapparates und des Ortungssystems zeigt sich heute in einer sehr großen Vielfalt an Arten. So arbeiten Arbeitsgruppen an der Leistung des Flugapparates, genetisch orientierte Forscher nutzen die Vielfalt, um die Evolution von Arten besser zu verstehen. Es verwundert nicht, dass auch heute immer noch neue Fledermausarten, so zum Beispiel auch in Mitteleuropa, gefunden werden. Daran sind zum Beispiel Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt.
Flug und Energiehaushalt
Ein weiterer für Wissenschaftler interessanter Aspekt der Fledermäuse ist das aktive Fliegen und die Auswirkungen auf den Energiehaushalt. An verschiedenen Fledermausarten, z.B. den kleinen Nektartrinkenden Arten der Gattung Glossophaga, wurde in ausgeklügelten Versuchen die für den Flug nötige Energie ermittelt. Gerade die Möglichkeit Vögel und Fledermäuse, bei denen der Flugapparat so sehr verschieden ist, direkt vergleichen zu können, hat auch andere Fachrichtungen neben der Biologie fasziniert. So werden sowohl in Deutschland, aber auch in den USA auch heute noch viele Versuche zum Fledermausflug, unter anderem mit künstlichen Flügeln untersucht.
Echoortung
Die interessanteste Eigenschaft der Fledertiere, die Echoortung, hat seit Entdeckung durch Griffin jedoch die meisten der Biologen, Physiologen, Physiker und anderer technischer Wissenschaftsrichtungen auf sich gezogen. Immer noch versteht man nicht alle Aspekte des Ortungsapparates der Handflügler. An verschiedenen Universitäten wird weltweit erforscht, welche Möglichkeiten die Fledermäuse besitzen, ihre Umgebung und Beute mittels der Ultraschallrufe zu erkunden und zu erkennen.
Ökologie und Verhalten
Eines für die Erhaltung der Fledermäuse wichtigsten Gebiete der Forschung ist die Ökologie. Dabei werden die Zusammenhänge zwischen den Fledermäusen und ihrer Umwelt erforscht. Durch die teilweise starke Bedrohung der Fledermäuse wurden Schwerpunktprogramme gebildet, die diesen Fragen auf den Grund gehen sollen. Jedoch erschwert die heimliche, nächtliche Lebensweise der Flattertiere deren Erforschung. Häufig müssen hochentwickelte technische Hilfsmittel (Ultraschalldetektoren, Telemetriesender, ...) eingesetzt werden, um kleine Teilaspekte des Fledermauslebens zu erforschen. Mittels akustischer Hightech-Erfassung und einem Laserscanner zur dreidimensioanlen Erfassung eines Teillebensraumes werden derzeit Untersuchungen zum Jagdverhalten von Waldfledermäusen von der Universität Erlangen (Prof. von Helversen) und der Universität Freiburg (Prof. Spiecker) durchgefährt. Mehr erfährt man auf den Projektseiten der Uni-Freiburg.