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Fledermausschutz in Nordbayern:
Suche einer verschollenen Zweifarbwochenstube

 

Vor etwa 15 Jahren wurde eine Scheune in Tännesberg / Oberpfalz abgerissen und so das langjährige Sommerquartier einer Zweifarbfledermaus Wochenstube zerstört. Rudi Leitl und Marc Holderied, einem Mitarbeiter des zoologischen Instituts der Universität Erlangen, gelang 1998 jedoch eine interessante Beobachtung: über einem Stausee konnten sie jagende Zweifarbfledermäuse feststellen.

Stausee Da in Bayern sonst nur eine weitere Wochenstube dieser seltenen Art bekannt ist, beschloss man im Jahr 1999 mittels einer Fang- und Telemetrieaktion zu versuchen, mehr über das Vorkommen der Zweifarbfledermaus herauszufinden. In der Hoffnung, so das einst in Tännesberg verlorene Quartier in der Umgebung des Stausees, nur wenige Kilometer von Tännesberg entfernt, wieder zu finden.

Da Zweifarbfledermäuse üblicherweise in größere Höhe jagen, wurde eine spezielle Netzkonstruktion verwendet und das 12 m lange und 4 m hohe Fangnetz in einer Höhe von 8 bis 12 m errichtet. Als Standort wurde die Staumauer gewählt, so kamen zu der eigentlichen Höhe des Netztes nochmals ungefähr drei Meter dadurch hinzu, dass das Wasser in etwa dieser Tiefe unterhalb der Mauer floss.

Schon nach kurzer Zeit zappelte die erste Fledermaus im Netz, aber nicht in dem speziellen Netz in grosser Höhe, sondern in einem zusätzlichen Netz in herkömmlicher Höhe. Und zu allem Glück war es weder eine Wasserfledermaus, noch ein Langohr, sondern ein junges, Zweifarbfledermaus Weibchen. Sofort wurde mit dem Anbringen des Telemetriesenders begonnen, während dessen fanden wir die nächste Zweifarbfledermaus im Netz: wieder ein junges Weibchen.

Das erste Weibchen liessen wir fliegen und wollten uns dann morgens mittels Radioempfängers auf die Suche nach ihm machen. Das zweite Weibchen schien nicht so fit, daher wollten wir es zuerst ein paar Tage mit zusätzlichem Futter etwas aufpeppeln.

Quartier von Nr. 1 Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf die Suche nach Nr. 1. Lange zweifelten wir, dass der Sender auch wirklich funktioniert. Doch nach mehreren Stunden Suche gelang es Rudi Leitl dann, das Tier in einem kleinen Dorf zu lokalisieren. Leider jedoch konnten wir ausser unserem Weibchen nur wenige andere Zweifarbfledermäuse an diesem Quartier finden.

Das eine Woche später freigelassene Weibchen Nr. 2 erwies sich leider auch nicht als zuverlässiger und wir verloren schnell die Spur.

Eigentlich war es das im Jahr 1999. Jedoch hatten wir die Umgebung dort für Fledermäuse sensibilisiert und so gelang im Sommer 2000 die fantastische Entdeckung: 70 Tiere in einer Wochenstube nur wenige Meter entfernt von dem Quartier, in dem wir die Nummer 1 gefunden hatte. Mittlerweile wurden noch weitere kleinere Gruppen in dieser Gegend entdeckt, ein Erfolg, wie wir ihn leider nicht immer haben.

Volker Runkel,
Dank an: Simone und Hans Meierhofer, Rudolf Leitl, Prof. von Helversen


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